Antibiotika sind lebensrettende Medikamente, die gezielt Bakterien abtöten oder deren Wachstum hemmen. Ihre Wirkung ist jedoch nicht selektiv, das heißt, sie unterscheiden nicht zwischen "schlechten" krankheitserregenden Bakterien und "guten" nützlichen Bakterien, die deine Darmflora bilden. Eine Antibiotikatherapie kann daher wie ein Kahlschlag im Darm wirken und die Vielfalt und das Gleichgewicht des Mikrobioms empfindlich stören.
Diese Störung, auch Dysbiose genannt, kann verschiedene Folgen haben. Häufig kommt es zu antibiotika-assoziiertem Durchfall, da die schützende Funktion der normalen Darmflora wegfällt und sich unerwünschte Keime wie Clostridium difficile leichter vermehren können. Auch die Verdauungsleistung kann beeinträchtigt sein, was zu Blähungen und Unwohlsein führen kann. Es kann Monate dauern, bis sich die Darmflora nach einer Antibiotikabehandlung wieder vollständig erholt hat.
Um die Darmflora während und nach einer Antibiotikatherapie zu unterstützen, kann die Einnahme von Probiotika sinnvoll sein. Probiotische Bakterienstämme wie Laktobazillen und Bifidobakterien können helfen, das Gleichgewicht schneller wiederherzustellen und das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern. Es wird empfohlen, die Probiotika mit einem zeitlichen Abstand von 2-3 Stunden zum Antibiotikum einzunehmen. Auch eine präbiotikareiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen kann die Regeneration der guten Darmbakterien fördern.