Glucosamin ist ein im menschlichen Körper natürlich vorkommender Aminozucker. Es ist ein fundamentaler Baustein für verschiedene Makromoleküle, darunter Glykosaminoglykane und Proteoglykane, die wesentliche Bestandteile des Gelenkknorpels sind. Der Knorpel wirkt wie ein Stoßdämpfer in den Gelenken und ermöglicht eine reibungslose Bewegung. Glucosamin ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere), die den Knorpel ernährt und die Reibung im Gelenk reduziert. Die körpereigene Produktion von Glucosamin kann mit dem Alter abnehmen, was zu einem Abbau des Knorpels und zur Entwicklung von Gelenkerkrankungen wie Arthrose führen kann. Als Nahrungsergänzungsmittel wird Glucosamin, meist in Form von Glucosaminsulfat oder Glucosaminhydrochlorid, zur Linderung von Gelenkschmerzen und zur Verbesserung der Gelenkfunktion bei Arthrose eingesetzt. Die Theorie dahinter ist, dass die zusätzliche Zufuhr von Glucosamin dem Körper die Bausteine liefert, die er benötigt, um den Knorpel zu reparieren und zu erhalten. Glucosaminsulfat scheint dabei die effektivere Form zu sein, da der Sulfatanteil ebenfalls für die Knorpelsynthese benötigt wird. Zahlreiche klinische Studien haben die Wirksamkeit von Glucosamin bei Arthrose untersucht, insbesondere bei Kniearthrose. Die Ergebnisse sind gemischt, aber viele Studien deuten darauf hin, dass Glucosamin bei leichter bis mittelschwerer Arthrose zu einer signifikanten Reduzierung von Schmerzen und einer Verbesserung der Beweglichkeit führen kann. Die Wirkung tritt oft erst nach mehrwöchiger, regelmäßiger Einnahme ein. Glucosamin wird häufig mit Chondroitin kombiniert, einem weiteren wichtigen Knorpelbestandteil, da man sich von der Kombination synergistische Effekte erhofft. Die meisten Glucosamin-Präparate werden aus Chitin gewonnen, dem Panzer von Schalentieren wie Krabben, Garnelen und Hummern. Für Personen mit einer Schalentierallergie gibt es auch vegane Alternativen, die durch Fermentation von Mais hergestellt werden.
Wirkung
Dient als Baustein für den Aufbau und die Reparatur von Gelenkknorpel. Kann helfen, Gelenkschmerzen bei Arthrose zu lindern und die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern.
Dosierung
Die in Studien am häufigsten verwendete und empfohlene Tagesdosis für Glucosaminsulfat beträgt 1500 mg, oft eingenommen als Einzeldosis oder aufgeteilt in drei Dosen zu je 500 mg.
Natürliche Quellen
Glucosamin kommt in nennenswerten Mengen nicht in der normalen Nahrung vor. Es ist jedoch in den Panzern von Schalentieren und in tierischem Knorpel enthalten.
Wissenschaftliche Quellen
Reginster JY, Deroisy R, Rovati LC, et al. Long-term effects of glucosamine sulphate on osteoarthritis progression: a randomised, placebo-controlled clinical trial. Lancet. 2001;357(9252):251-256. doi:10.1016/S0140-6736(00)03610-2. Towheed TE, Maxwell L, Anastassiades TP, et al. Glucosamine therapy for treating osteoarthritis. Cochrane Database Syst Rev. 2005;(2):CD002946. doi:10.1002/14651858.CD002946.pub2