Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird und eine zentrale Rolle bei der Steuerung des zirkadianen Rhythmus, also der inneren Uhr des Körpers, spielt. Die Produktion von Melatonin wird durch Dunkelheit angeregt und durch Licht gehemmt, weshalb es oft als 'Schlafhormon' bezeichnet wird. Es signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, sich auf den Schlaf vorzubereiten. Als Nahrungsergänzungsmittel wird Melatonin häufig zur Behandlung von Schlafstörungen wie Insomnie und Jetlag eingesetzt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bestätigt, dass die Einnahme von 1 mg Melatonin kurz vor dem Schlafengehen dazu beitragen kann, die Einschlafzeit zu verkürzen. Bei Jetlag kann die Einnahme von mindestens 0,5 mg Melatonin am ersten Reisetag und an den ersten Tagen nach Ankunft am Zielort helfen, die subjektiven Jetlag-Empfindungen zu lindern. Neben seiner schlaffördernden Wirkung hat Melatonin auch starke antioxidative Eigenschaften. Es kann freie Radikale neutralisieren und die Zellen vor oxidativem Stress schützen. Es gibt auch Forschung, die darauf hindeutet, dass Melatonin das Immunsystem unterstützen, entzündungshemmend wirken und neuroprotektive Effekte haben könnte. Die Dosierung von Melatonin kann variieren. Für die Verkürzung der Einschlafzeit ist in der Regel eine Dosis von 1 mg ausreichend. Bei Jetlag können Dosen von 0,5 bis 5 mg wirksam sein. Es ist wichtig, Melatonin kurz vor dem Schlafengehen einzunehmen. Obwohl Melatonin im Allgemeinen als sicher gilt, kann es bei manchen Menschen zu Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit am nächsten Tag, Kopfschmerzen oder Schwindel kommen. Es wird empfohlen, vor der Einnahme von Melatonin einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder der Einnahme anderer Medikamente.
Wissenschaftliche Quellen
EFSA, PubMed, Mayo Clinic, NCCIH