Resveratrol ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole, der von bestimmten Pflanzen als Abwehrstoff gegen Stress, Pilzbefall und UV-Strahlung gebildet wird. Es erlangte große Bekanntheit als möglicher Erklärungsansatz für das "französische Paradoxon" – die Beobachtung, dass Menschen in Frankreich trotz einer fettreichen Ernährung eine relativ niedrige Rate an Herzerkrankungen aufweisen, was unter anderem auf ihren moderaten Rotweinkonsum zurückgeführt wurde. Die höchsten Konzentrationen an Resveratrol finden sich in der Schale von roten Trauben, aber auch in Himbeeren, Maulbeeren, Pflaumen und im Japanischen Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum), der oft zur Gewinnung von Resveratrol für Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird. Resveratrol existiert in zwei Formen, als trans-Resveratrol und cis-Resveratrol, wobei die trans-Form als die biologisch aktivere und stabilere gilt. Die Wirkungen von Resveratrol im Körper sind vielfältig. Es ist ein starkes Antioxidans, das freie Radikale neutralisieren und so die Zellen vor oxidativem Stress schützen kann. Diese Eigenschaft trägt zu seinen herzschützenden Effekten bei, da es die Oxidation von LDL-Cholesterin verhindern kann, ein wichtiger Schritt in der Entstehung von Arteriosklerose. Darüber hinaus hat Resveratrol entzündungshemmende Eigenschaften, indem es die Aktivität von entzündungsfördernden Enzymen und Botenstoffen hemmt. Eine der faszinierendsten Wirkungen von Resveratrol ist seine Fähigkeit, die Sirtuine zu aktivieren, eine Gruppe von Enzymen, die auch als "Langlebigkeits-Gene" bezeichnet werden. Sirtuine spielen eine wichtige Rolle bei der Zellreparatur, dem Stoffwechsel und dem Alterungsprozess. Die Aktivierung der Sirtuine durch Resveratrol ahmt die Effekte einer Kalorienrestriktion nach, die in Tierversuchen nachweislich die Lebensspanne verlängert. Aufgrund dieser Eigenschaften wird Resveratrol als Anti-Aging-Wirkstoff und zur Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit intensiv erforscht. Weitere Studien untersuchen sein Potenzial bei der Blutzuckerregulation, dem Schutz der Nervenzellen und in der Krebsprävention.
Wirkung
Starkes Antioxidans, wirkt entzündungshemmend und herzschützend. Aktiviert die Sirtuine ("Langlebigkeits-Gene") und wird als Anti-Aging-Wirkstoff erforscht.
Dosierung
Die Dosierung in Studien variiert stark, liegt aber häufig zwischen 150 und 500 mg trans-Resveratrol pro Tag. Höhere Dosen werden ebenfalls untersucht, ihre Sicherheit bei langfristiger Einnahme ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Natürliche Quellen
Rote Trauben (insb. Schale), Rotwein, Himbeeren, Maulbeeren, Japanischer Staudenknöterich
Wissenschaftliche Quellen
Baur, J. A., & Sinclair, D. A. (2006). Therapeutic potential of resveratrol: the in vivo evidence. Nature reviews. Drug discovery, 5(6), 493–506. doi:10.1038/nrd2060. Timmers, S., et al. (2011). Calorie restriction-like effects of 30 days of resveratrol supplementation on energy metabolism and metabolic profile in obese humans. Cell metabolism, 14(5), 612–622. doi:10.1016/j.cmet.2011.10.002.