Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist weit mehr als nur ein Unkraut im Rasen. In der traditionellen Volksheilkunde wird er seit Jahrhunderten als vielseitige Heilpflanze geschätzt. Sowohl die Blätter als auch die Wurzeln enthalten eine Fülle von wertvollen Inhaltsstoffen. Besonders hervorzuheben sind die Bitterstoffe, wie Taraxacin, die für die anregende Wirkung auf das gesamte Verdauungssystem verantwortlich sind. Diese Bitterstoffe fördern die Sekretion von Verdauungssäften in Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Dies verbessert die Aufspaltung der Nahrung und kann bei Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen helfen. Löwenzahn ist besonders für seine positive Wirkung auf Leber und Galle bekannt. Er regt den Gallenfluss an (choleretische Wirkung) und unterstützt so die Fettverdauung und die Entgiftungsfunktion der Leber. Die Pflanze wirkt zudem harntreibend (diuretisch), weshalb sie traditionell für Frühjahrskuren zur 'Blutreinigung' und Durchspülung der Harnwege verwendet wird. Diese Eigenschaft wird auf den hohen Kaliumgehalt zurückgeführt, der gleichzeitig einem Kaliumverlust entgegenwirkt. Löwenzahn ist auch eine reiche Quelle für Inulin, ein präbiotischer Ballaststoff, der als Nahrung für nützliche Darmbakterien dient und so zu einer gesunden Darmflora beiträgt. Darüber hinaus enthält er Vitamine (A, C, K) und Mineralstoffe, die ihn zu einem nährstoffreichen Wildgemüse machen.
Wirkung
Regt durch seine Bitterstoffe die Produktion von Verdauungssäften an und unterstützt die Funktion von Leber und Galle. Wirkt harntreibend und fördert die Entgiftung.
Dosierung
Als Tee werden 1-2 Teelöffel getrocknetes Kraut oder Wurzel pro Tasse empfohlen. Bei Extrakten sollte die Dosierungsempfehlung des Herstellers beachtet werden, oft im Bereich von 500-1500 mg pro Tag.
Natürliche Quellen
Blätter, Blüten und Wurzeln der Löwenzahnpflanze; als Tee, Saft oder Extrakt.
Wissenschaftliche Quellen
PubMed: 19678780, 28012278; EFSA Journal 2010;8(10):1760