Piperin ist ein Alkaloid, das natürlich im schwarzen Pfeffer (Piper nigrum) vorkommt und ihm seine charakteristische Schärfe verleiht. Es ist einer der am besten erforschten Inhaltsstoffe von Pfeffer und macht etwa 3-9% des Gewichts von schwarzem Pfeffer aus. In der traditionellen Medizin, insbesondere im Ayurveda, wird schwarzer Pfeffer seit Jahrhunderten nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilmittel eingesetzt. Die moderne Wissenschaft hat viele dieser traditionellen Anwendungen bestätigt und neue Wirkmechanismen von Piperin aufgedeckt. Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften von Piperin ist seine Fähigkeit, die Bioverfügbarkeit anderer Nährstoffe und Wirkstoffe zu erhöhen. Dieser als "Bioenhancement" bezeichnete Effekt beruht darauf, dass Piperin bestimmte Enzyme in der Leber und im Darm hemmt, die für den Abbau von Medikamenten und Nährstoffen verantwortlich sind. Dadurch bleiben diese Stoffe länger im Körper und können besser aufgenommen werden. Besonders bekannt ist die Kombination von Piperin mit Curcumin, dem Wirkstoff aus Kurkuma. Studien haben gezeigt, dass Piperin die Bioverfügbarkeit von Curcumin um bis zu 2000% steigern kann. Aber auch für andere Stoffe wie Coenzym Q10, Selen, Vitamin B6 und Beta-Carotin wurde eine verbesserte Aufnahme durch Piperin nachgewiesen. Darüber hinaus besitzt Piperin eigene pharmakologische Wirkungen. Es wirkt antioxidativ und entzündungshemmend, kann den Stoffwechsel anregen und die Verdauung fördern. Einige Studien deuten auch auf neuroprotektive und antidepressive Eigenschaften hin. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen wird Piperin heute in vielen Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt, oft in Kombination mit anderen Wirkstoffen, um deren Effektivität zu verbessern.
Wirkung
Erhöht die Bioverfügbarkeit anderer Nährstoffe (Bioenhancer), wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. Kann den Stoffwechsel anregen und die Verdauung fördern.
Dosierung
Die empfohlene Dosierung für Piperin liegt typischerweise zwischen 5 und 20 mg pro Tag, oft in Kombination mit anderen Wirkstoffen.
Natürliche Quellen
Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum)
Wissenschaftliche Quellen
Shoba, G., et al. (1998). Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers. Planta medica, 64(4), 353-356. doi:10.1055/s-2006-957450. Srinivasan, K. (2007). Black pepper and its pungent principle-piperine: a review of diverse physiological effects. Critical reviews in food science and nutrition, 47(8), 735-748. doi:10.1080/10408390601062054.